Qualitätsbezeichnung für den Glanz des Diamanten.

Als Quarzvarietät ist der Achat ein durchscheinender Chalcedon beiger, brauner oder schwarzer Farbgebung. Sein Name stammt von einem sizilianischen Fluss, den die Griechen Achates nannten (heute Drillo) und der eine Lagerstätte für Achate bildete. Der aufgrund seiner bunten Zeichnungen und Motiveinschlüsse äußerst schöne Achat wird in der Schmuckherstellung seit 7000 Jahren verwendet. So hat man im heutigen Anatolien Achatkugeln aus der Jungsteinzeit gefunden.
Aufgrund seiner verschiedenen Motive spricht man auch vom geblümten Achat, Moosachat, Landschaftsachat oder Flammenachat. Seit jeher gilt er als Talisman, als Stein, dem eine beschützende Wirkung nachgesagt wird. Seit den Griechen verwendet man ihn vor allem bei der Herstellung von Intaglios und Kameen. Juweliere wie Cartier haben jedoch auch Kelche, Flakons und andere Ziergegenstände aus Achat hergestellt. Härte: 6,5 bis 7. Schmuckstein der Jungfrau-Geborenen. Brasilien, Uruguay, Vereinigte Staaten, Indien, Madagaskar, Mexiko.
Dieser äußerst seltene Farbedelstein, der einen größeren Wert haben kann als ein Diamant, ändert je nach Lichteinfall seine Farbe. Die Steine russischer Herkunft sind flaschengrün bei Tageslicht und bordeauxrot bei künstlichem Licht. Da er 1831 an den Berghängen des Ural am Geburtstag von Zar Alexander II. entdeckt wurde, gab man dem Stein den Namen des Herrschers. Der Stein in den Farben des heiligen Russland (rot und grün) wurde zum Nationalstein der Russen. Härte: 8,5. Brasilien, Simbabwe, Sri Lanka.
Dieser Farbedelstein ist ein dunkelroter Granat mit violetten Nuancen. Seinen Namen verdankt er der Stadt Alabanda in der Nähe von Ephesus in Vorderasien, die in der Antike ein Abbau- und Schleifzentrum für diesen Granattyp war. Der Almandin wurde in Persien seit der Zeit der Sassaniden (3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung) verwendet. Auch in fränkischen Fürsten- oder Königsgräbern, z.B. im Grab von Childeric I. (5. Jahrhundert), hat man Schmuckstücke aus Granatalmandin gefunden, die mit sehr viel Raffinesse geschliffen waren. Der Almandin wurde insbesondere im 17. Jahrhundert gern in der Ornamenttechnik eingesetzt (in französischen Museen finden sich mehrere sogenannte „Louis XIV“-Salzfässer aus Almandin) und dann wieder im Zweiten Kaiserreich, wo man ihn im Facettenschliff oder als Cabochon poliert zu schätzen wusste. Aluminium- und Eisensilikat. Härte: 7,5. Sri Lanka, Indien, Sambia, Vietnam, Brasilien, Madagaskar.
Der Amazonit, der mit seiner blaugrünen Farbe dem Türkis ähnelt, ist eine Varietät des Feldspat. Die Frauen eines Stammes in Amazonien schenkten diese Steine ihren Männern. Daher stammt sein Name. Man findet den Amazonit auch in der arabischen Wüste, wo die Ägypter der Antike nach ihm suchten, um daraus Amulette zu schleifen oder Perlen anzufertigen. Der Amazonit wird in der westlichen Juwelierkunst seit der Renaissance verwendet.Härte: 6 bis 6,5. Brasilien, Vereinigte Staaten, Indien, Madagaskar, Russland.

Einer griechischen Sage zufolge erhielt Phaëton, der Sohn des Sonnengottes Helios, eines Tages die Erlaubnis, den Sonnenwagen seines Vaters zu fahren.Es gelang ihm jedoch nicht, diesen richtig zu lenken. Er fuhr zu nahe an die Erde heran und verursachte so eine schreckliche Dürre. Also entschied sich Zeus einzugreifen, schleuderte seinen Blitzstrahl auf den Sonnenwagen und stürzte Phaëton so in den Fluss Eridanos, wo er den Tod fand.
Da seine Schwestern, die Heliaden, hierüber untröstlich waren, verwandelten sie die Götter in Bäume, damit sie ihren Bruder auf ewig beweinen konnten.
Ihre Tränen waren Harz, das zu Bernstein wurde.
Als fossiles, goldgelbes und zuweilen orangefarbenes Harz faszinierte Bernstein bereits die Menschen der Jungsteinzeit, die ihn an den Stränden der Ostsee fanden, wo er noch heute zu finden ist.
Es gibt Funde aus der Jungsteinzeit, die die Verwendung von Bernstein als dekoratives Element belegen.
Doch wo hatte Bernstein seinen Ursprung? Er schien dem Meer entstiegen zu sein und enthielt dennoch zuweilen kleine Insekten ...
Erst 1811 fand ein preußischer Gelehrter bei seinen Studien heraus, dass es sich um fossiles Harz aus Konifären-Wäldern (Pinus succinifer) handelte, die vor 30 Millionen Jahren den Norden Europas bedeckten.
Schon immer war Bernstein aufgrund seiner Schönheit, doch auch wegen des Geheimnisses seiner Herkunft, beliebt.
Und noch heute üben die Insekteneinschlüsse eine große Faszination aus.
Papst Urban VIII (1568-1644) besaß ein Stück Bernstein, in dem drei Bienen eingeschlossen waren.
Auch der Philosoph Emmanuel Kant trennte sich nie von seinem gefangenen Insekt und Steven Spielberg ließ uns von jenem kleinen Moskito träumen, das im Bernstein von „Jurassic Park“ gefangen war ...
Man nahm an, dass Bernstein als Beschützer von Pflanzen und Tieren auch die Menschen schützte, und lange Zeit schrieb man ihm beschützende und heilende Kräfte zu. Man verarbeitete ihn zu Pulver und gab ihn ins Feuer, weil er gut duftete. Aus Bernstein wurden Schmuckstücke und Rosenkränze gefertigt.
Und 1716 schenkte der preußische König Peter dem Großen das berühmte Bernsteinzimmer, dessen Wände vollständig mit einem Mosaik dieses pflanzlichen Stoffes verkleidet waren.
Während des zweiten Weltkrieges wurde es von den Deutschen aus dem Palast von Zarkoje Selo gestohlen und ist seitdem verschollen.
Härte: 2,5 bis 3. Ostsee, Santo Domingo.
Um diesen Quarz, dessen Farbe zwischen verschiedenen Lilatönen und dunklem Violett variiert, rankt sich eine Legende. Sie erzählt von der jungen Nymphe Amethyste (wörtlich „die vor der Trunkenheit bewahrt“), die von Diana in einen kalten Quarz verwandelt wird, um sie so vor dem draufgängerischen und gänzlich trunkenen Bacchus zu schützen. Ernüchtert und wütend ergießt der Gott des Weines seinen Weinkelch über den Kristall und verleiht ihm so seine violette Farbe. Dieser Legende entstammt der Glaube, dass der Amethyst vor Trunkenheit bewahrt. Der Stein schmückt traditionell den Episkopalring der Bischöfe.Er war in der Zeit von Königin Alexandra, der Gattin von Eduard VII., in Mode, denn Lila war eine ihrer Lieblingsfarben. Siliziumdioxid. Härte: 7,5 bis 8. Symbol: Glück. Schmuckstein der Fische-Geborenen. Der Februar ist sein Monat und Jupiter ist sein Planet. Brasilien, Madagaskar, Vereinigte Staaten, Namibia.

Der Stein – wie der Smaragd ein Aluminium- und Berylliumsilikat – verdankt seinen Namen („Meerwasser“) seiner grünblauen bis himmelblauenFarbe.
Im alten Indien und Ägypten diente der Aquamarin zur Herstellung von Amuletten. In Griechenland erzählte man sich, dass Seepferdchen diese Wassersteine dem Schatz der Nymphen entwendeten und sie dann an die von Menschen bewohnten Gestade brachten.
Seit Alters her sagt man diesem Stein auch nach, dass er die Menschen des Meeres schützt.
Cartier erhob in den 1930er Jahren den Aquamarin zu seiner Spezialität. Elsie de Wolfe, eine der Kundinnen des Hauses, färbte sich sogar ihre Haare blau, damit sie farblich zu dem Diadem aus Diamanten und Aquamarinen passten, das Cartier 1935 für sie entwarf.Härte: 7,5.
Schmuckstein der März-Geborenen. Sein Planet ist der Saturn.
Symbol: Schutz auf hoher See, Treue. Brasilien, Madagaskar, Afghanistan, Pakistan.
Optisches Phänomen, das durch die Spiegelung des Lichtes in den Einschlüssen eines Steins verursacht wird und aus sternförmigen Linien besteht.Der Asterismus tritt bei bestimmten Steinen mit Cabochon-Schliff zutage.
Man spricht dann beispielsweise von Sternsaphir oder Sternrubin.

In den 1920er Jahren brachte Cartier die erfolgreichen Miniatur-Armbanduhren auf den Markt, die weniger als einen Zentimeter lang und mit Edelsteinen verziert waren.
Diese Uhren nannte man„Baguette-Uhren“.
Sie erinnern auch an einen von Louis Cartier seit Anfang des 20. Jahrhunderts propagierten Steinschliff, dem sogenannten „Baguette-Schliff“, der aus einem schmalen Rechteck mit flachem Oberteil besteht.
Aufgrund der schwierigen Schleiftechnik wird dieser Schliff besonders geschätzt.
Berylle (von grch. beryllos) bilden eine Familie von Steinen mit denselben kristallinen und chemischen Eigenschaften, zu denen auch der Smaragd und der Aquamarin gehören.
Es gibt rosafarbene Berylle, die sogenannten „Pfirsichblüten“ (Morganit), goldgelbe Berylle (Heliodor), hellgrüne Berylle und schließlich die äußerst seltenen roten Berylle.
Berylle dienten zur Herstellung von optischen Linsen.
Die berühmte Smaragdlupe von Nero war möglicherweise ein hellgrüner Beryll. Auf die optischen Eigenschaften des Berylls gehen der französische Begriff „bésicles“ (historische Rundbrille) und das deutsche Wort „Brille“ zurück.
Berylliumaluminumsilikat. Härte: 7,5. Brasilien, Russland, Afghanistan, Pakistan, Sambia, Simbabwe, Tansania, Madagaskar.
Als Brillant bezeichnet man einen runden Diamanten, der einen Schliff aus 58 Facetten hat: 32 Facetten auf dem Oberteil, 24 auf dem Unterteil, plus „Tafel“, d.h. die große Facette auf der Oberseite, und Kalette, die Facette an der unteren Spitze.
Den „Brillantschliff“ findet man beim Diamanten am häufigsten, denn er verleiht dem Stein höchsten Glanz und maximale Helligkeit.
Der Brillantschliff wurde nach umfangreichen physikalischen und optischen Untersuchungen an Diamanten um 1920 erfolgreich umgesetzt.
Stein in Tropfenform mit dreieckigen Facetten auf der gesamten Oberfläche.
Dieser in Indien erfundene Schliff wird noch häufig für weiße Diamanten, farbige Steine und „getönte“ Diamanten verwendet.
Schlifftyp, der oben als Cabochon gearbeitet ist und auf dem Unterteil Facetten hat.
Er verbindet so die Sanftheit des Cabochons mit dem Glanz eines facettierten Steins.

Ein Cabochon ist ein polierter Stein in abgerundeter Form, der an das Oberteil eines Schädels erinnert.
Vom altfranzösischen Wort „caboche“, das wiederum vom lateinischen „caput“ (Kopf) stammt, rührt daher auch sein Name her.
Edelsteine werden stets von Hand mit einer Schleifscheibe poliert.
Die Form und die Politur des Cabochons ermöglichen erstaunliche Lichtspiele, Chatoyance genannt, und zwar vor allem bei Schmucksteinen dunkler Farbgebung.
Seit Ende des 19. Jahrhunderts hat Cartier den Cabochon zu einem der Markenzeichen seiner Uhren und Schreibgeräte erhoben: Polierte und runde Steine verzieren sowohl die Aufzugskronen von Uhren als auch das obere Ende von Füllfederhaltern, Drehbleistiften und modernen Schreibgeräten.
Es handelt sich um Cabochons aus Saphir, Rubin, Smaragd und sogar aus Koralle und Onyx. Darüber hinaus kann der Cabochon auch Schmuckgarnituren verzieren.

Man spricht von „kalibrierten Rubinen“ oder „kalibrierten Diamanten“ usw. und bezeichnet damit eine bestimmte Anzahl identischer Steine mit demselben Stufenschliff und gleicher, häufig quadratischer Form, die nebeneinander zu Bändern gefasst werden.

Eine Kamee (von ital. cameo, „geschnittener Stein“) ist eine Reliefskulptur in einem Farbedelstein.
Man verwendet Steine mit dünnen Lagen aus Gesteinsschichten wie den Chalcedon, den Achat, den Amethyst oder den Onyx, um verschiedene Farbebenenherauszuarbeiten.
Die Kameenkunst hatte zwei bedeutende Epochen: die griechische und römische Antike und die Renaissance.
Sehr alte Gewichtseinheit, die Anfang des 20. Jahrhunderts vereinheitlicht wurde. Ein Karat ist die Masseeinheit der Edelsteine (0,2 Gramm).
Sie wird als Dezimalzahl mit zwei Stellen nach dem Komma angegeben. Karat (Kt.) ist auch eine Maßeinheit für die Reinheit des Goldes. Ein Karat steht für 1/24-tel Reinheit je Masse. Genauer gesagt steht die Karatzahl des Materials für 1/24-tel der Masse reinen Goldes bzw. Platins im Material geteilt durch die Gesamtmasse des Materials. Beispiel: 18 Kt. Gold entspricht 75 % Gold, 12 Kt. Gold entspricht 50 % Gold usw.

Dieser durchscheinende, rotorange Chalcedon wird seit der Jungsteinzeit, in der er oft zu Perlen geformt wurde, für die Schmuckherstellung verwendet.
Sein Name soll von den Früchten des Korneliuskirschbaumes stammen, deren Fruchtfleisch dieselbe Farbe wie der Karneol hat.
Sehr beliebt war er im antikenÄgypten, wo ihn seine blutähnliche Farbe zu einem Symbol für das Leben machte. So findet man ihn beispielsweise auf dem Brustschild des Tutenchamun.
In Persien schützte er vor dem „bösen Blick“, und man sagte ihm nach, dass er den Organismus vor Schlangengift und Insektenstichen bewahre.
Härte: 6,5. Schmuckstein der Widder-, Stier- und Skorpion-Geborenen. Indien, Jemen, Brasilien, Uruguay.
Dieser gelbgrüne, durchscheinende Chrysoberyll verdankt seinen Namen einem schönen optischen Phänomen, das auf seine röhrenförmigen Einschlüsse zurückzuführen ist und im Cabochon-Schliff sichtbar wird. Seine bläuliche Opaleszenz geht dann einher mit einem linienförmigen, beweglichen Reflex, der an die Pupille einer Katze erinnert.
In der Antike nannte man ihn cymophane , „Wellengestalt“.
Auch bei anderen Steinen mit Cabochon-Schliff kann man ähnliche Effekte erzielen.
Diese dürfen die Bezeichnung „Katzenauge“ jedoch nur tragen, wenn gleichzeitig ihr spezifischer Name genannt wird, wie z.B. Turmalin-Katzenauge oder Quarz-Katzenauge.
Beryllium- und Aluminiumoxid. Härte: 8,5. Schmuckstein der Steinbock-Geborenen. Brasilien, Sri Lanka.
Der Chalcedon hat seinen Namen von „Khalkedon“, einer Stadt in Bithynien.
Es ist ein Stein, der aus einer Ansammlung mikroskopischer Quarzkristalle besteht. In ihrer Farbgebung reichen sie von grau über blau bis blassgelb (im Reinzustand).
Doch Eisen oder Nickel verleihen dem Chalcedon oft eine andere Farbe und somit einen anderen Namen: Chrysopras (hellgrün), Karneol (orangerot), Sarder (braun), Onyx (schwarz oder schwarzweiß). Weist ein Chalcedon Zeichnungen auf, nennt man ihn Achat. Ein Jaspis ist ein Chalcedon, der aufgrund seiner Verunreinigungen opak ist oder mehr oder weniger gemischte Farbtönungen hat.
Der Chalcedon bildet so eine der größten Familien in der Welt der Minerale.
Durch die Porosität des Chalcedon, die seit der Antike bekannt ist, lässt sich der Stein leicht färben, und die meisten der heute gehandelten Chalcedone sind gefärbt.
Sie heißen dann blauer Achat, grüner Achat usw.
Ob naturfarben oder gefärbt, der Chaledon wurde schon immer gern in der Glyptik oder zur Herstellung von Kameen verwendet. Auch im Jugendstil war der Chalcedon sehr gefragt.Härte: 6,5. Schmuckstein der Schütze-Geborenen. Uruguay, Brasilien, Indien, Madagaskar, Vereinigte Staaten, Tschechische Republik.
In der Gemmologie ist die Chatoyance ein besonderes Lichtphänomen:
Wenn die Fasern oder Einschlüsse eines als Cabochon geschliffenen Steins parallel verlaufen, bildet sich ein Lichtband mit changierenden Lichtreflexen, das an die Augen eines Katzentieres erinnern.
Aufgrund dieses Phänomens wird ein Chrysoberyll auch „Katzenauge“ genannt. Zu den anderen Schmucksteinen mit Chatoyance gehören der Turmalin, die Berylle und der Quarz.

Von grch. „ chrysos“, „Gold“, und „beryllos“, „glänzender Stein“. Der Chrysoberyll ist ein grüngelber bis bläulich-braungelber Stein, der seit der Antike bekannt ist. Zwei seltene Varietäten werden heutzutage besonders geschätzt: Der Alexandrit, der bei Tageslicht grün und bei künstlichem Licht rot erscheint, und der „Katzenaugen“-Chrysoberyll, dessen besondere Struktur einen Chatoyance-Effekt hervorruft. Einige außergewöhnliche Chrysoberylle wie z.B. der Hope (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Diamanten) sind in Museen zu besichtigen. Es handelt sich hierbei um einen hellgrünen Schmuckstein von 45 Karat, der im British Museum aufbewahrt wird. Berylliumaluminat. Härte: 8,5. Sri Lanka, Brasilien.

Der Citrin ist ein kristalliner Quarz. Sein Name geht auf seine gelbe Farbgebung zurück (von lat. citrus, „Zitrone“), die zwischen blassgelb und orangegelb variieren kann.
Da der natürliche Citrin selten ist, erhält man durch Erhitzen eines Amethyst, seines violetten, wesentlich häufiger vorkommenden Pendants, einen gleichwertigen Stein.
Der Citrin ist dank dieses thermischen Bearbeitungsverfahrens in großen Mengen vorhanden und der Juwelier hat so die Möglichkeit, große und fehlerfreie Kristalle zu bearbeiten. Nicht zu verwechseln ist er mit dem Topas, einem anderen gelben Stein, der jedoch noch wesentlich seltener und feiner ist, da er stärker glänzt. Siliziumdioxid. Härte: 7. Symbol: Sinnlichkeit. Schmuckstein der Zwillinge, der Waage und der Jungfrau. Madagaskar, Brasilien, Sri Lanka.
Die Reinheit, die sich auf die sichtbaren Einschlüsse in einem Schmuckstein bezieht, ist eines der Bewertungskriterien für Diamanten. Nach internationalen Normen wird die Reinheit mit einer zehnfach vergrößernden Lupe von einem/einer Berufssachverständigen kontrolliert. Durch das Ergebnis dieser Prüfung klassifiziert man den Diamanten nach einer Reinheitsskala, die die Größe, Lage und Anzahl der Einschlüsse bestimmt. Bei farbigen Edelsteine wird die Reinheit nicht nach denselben Kriterien bemessen. Man spricht hier eher von Sauberkeit. Es gibt übrigens praktisch keine farbigen Edelsteine, die rein sind. Ihre Einschlüsse brechen das Licht und verleihen ihnen zuweilen eine angenehme Samtheit. Farbedelsteine werden dagegen bis auf einige Ausnahmen nur rein oder fast rein geschliffen und in den Handel gebracht. Ausnahmen machen einige der heutigen Hersteller. Sie spielen mit den Effekten, die eine hohe Anzahl von Einschlüssen in Schmucksteinen wie Beryll, Turmalin, oder Quarz, die normalerweise im Reinzustand verwendet werden, hervorrufen.
Reinheitsskala des Diamanten: FL/IF: Flawless oder Internally Flawless. Lupenrein. VVS1: Sehr, sehr kleine (Very, Very Small) Einschlüsse. VVS2: Bei Lupenvergrößerung sehr schwer zu erkennen. VS1: Sehr kleine (Very Small) Einschlüsse. VS2: Bei Lupenvergrößerung schwer zu erkennen. SI1: Kleine Einschlüsse. SI2: Bei Lupenvergrößerung leicht zu erkennen, mit bloßem Auge aber von der Krone aus unsichtbar. P1: Deutliche Einschlüsse, mit der Lupe sehr leicht, mit bloßem Auge von der Krone aus schwer zu erkennen, die Brillanz nicht mindernd. P2: Größere und/oder zahlreiche Einschlüsse, von der Krone aus mit bloßem Auge leicht zu erkennen, die Brillanz nur schwach mindernd. P3: Größere und/oder zahlreiche Einschlüsse, von der Krone aus leicht erkennbar, die Brillanz erheblich mindernd.
Die Spaltfläche ist die Fläche der geringsten Kohäsion, entlang derer ein Mineral leicht zu spalten ist.
Einen Schmuckstein wählt man oft nach seiner Farbe aus, doch nur der Diamant verfügt über eine international anerkannte Farbskala. Mit ihr lassen sich die weißen oder farblosen Diamanten von den Diamanten in Phantasiefarbe unterscheiden. Der weiße Diamant hat in Wirklichkeit vielfältige Farbnuancen, und die Farbe selbst ist eines der vier anerkannten Bewertungskriterien („colour“ ist neben „clarity“, „cut“ und „carat“ eines der vier „C“). Zur Bestimmung der Farbe eines Diamanten greift man auf Vergleichssteine zurück, den sogenannten Vergleichssatz (Masterstones). Der Satz wird in einer Schatulle aufbewahrt, und bei der Bestimmung eines Steines legt man sie zum Vergleich auf eine weiße Bristolfolie.

Ihre glänzende Farbe macht die Koralle seit der Frühgeschichte zu einem der begehrtesten Ornamentminerale. In der Schweiz wurden in keltischen Gräbern aus der Eisenzeit Gegenstände mit Korallenverzierung gefunden. Im Antiken Griechenland hielt man die Koralle für dasversteinerte Blut der Medusa.
Korallen sind kalkhaltige Ausscheidungen von Polypen, mikroskopisch kleinen Meerestieren, die eine Art Panzer oder äußeres Skelett bilden. Dieses hat die Form feiner Verästelungen, die durch Karotin rot gefärbt sind. Die Farbe kann zwischen blutrot und rosa variieren, doch es gibt auch die äußerst begehrte weiße Koralle sowie die keratinhaltige schwarze Koralle, deren Abbau heutzutage untersagt ist. Nach dem Abbau in weniger als zweihundert Meter tiefen, warmen Meeresgewässern wird die Koralle bearbeitet und poliert. Je nach Größe werden daraus kleine Skulpturen, Kugeln, Broschen oder kleine Schmuckgegenstände gefertigt. Cartier hat sehr häufig vorzugsweise orangefarbene Korallen in raffinierten Farbkombinationen mit Smaragd oder Onyx verwendet. Härte: 3 bis 4. Mittelmeerregion (Italien, Algerien), Indischer Ozean, Pazifischer Ozean (Australien).
Der Cordierit ist ein Farbedelstein, der heutzutage sehr häufig in der Juwelierkunst Verwendung findet. Je nach Betrachtungswinkel changiert seine Farbe zwischen blauviolett und hellgelb. Benannt wurde der Stein nach dem französischen Geologen Pierre-Louis Cordier (1777-1861), verbreiteter ist jedoch die Bezeichnung „Iolit“ (grch. „violetter Stein“). Nach dem Schliff ähnelt sein Blau der Farbe bestimmter Saphire. Daher trägt er auch eine dritte Bezeichnung, die jedoch heute untersagt ist: „Wassersaphir“. Magnesium- und Aluminiumsilikat. Härte: 7 bis 7,5. Symbol: Vertrauen und Sicherheit. Sri Lanka, Brasilien, Madagaskar.

Gattungsname einer Familie von Edelsteinen, die aus kristallisiertem Aluminiumoxid bestehen: Rubin, klassischer Saphir und nicht-blaue Saphire. Der seltenste dieser Gruppe ist der rosa-orangefarbene Saphir aus Sri Lanka, der auch die Bezeichnung „Padparadscha“ („Lotusblüte“) trägt. Darüber hinaus gibt es rosa- und malvenfarbene sowie gelbe und grüne Saphire. Härte: 9. Sri Lanka,Thailand, Kambodscha, Australien, Madagaskar.
Sämtliche (die Tafel umgebende) Facetten auf dem Oberteil eines geschliffenen Steins.
In der Uhrmacherkunst bezeichnet die Krone einen Teil des Aufzugs einer Uhr.
Der Teil geschliffener Steine, der sich unterhalb der Rundiste befindet. Im Französischen wird die Rundiste bei Diamanten als „rondiste“ und bei farbigen Steinen als „feuilletis“ bezeichnet.
Als „Kalette“ bezeichnet man die Facette an der Spitze des Unterteils eines geschliffenen Diamanten. Es ist die 58. Facette des Brillanten.

Man schleift einen Stein, um seine Eigenschaften besser hervorzuheben. So kommt seine Farbe zur Geltung, durch das Spiel seiner Facetten erhält er seinen Glanz und seine Fehler werden entfernt.
Das Schleifen ist die Arbeit des Steinschneiders oder Diamantschleifers. Beide sind hochqualifizierte Handwerker.
Zum Spalten des Steins verwenden sie einen Hammer, mit der Säge schneiden sie ihn und mit dem Schleifstein wird er facettiert.
Es ist nicht genau bekannt, seit wann Diamanten geschliffen werden. In seiner natürlichen Form hat er acht oder zwölf Flächen und könnte unbehandelt getragen werden. Obwohl Steinschneider-Genossenschaften in Frankreich seit dem 12. Jahrhundert belegt sind, ist das Diamantschleifen erst in der Renaissance in großen europäischen Städten wie Antwerpen, Brügge oder Paris allgemein verbreitet. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts regt Kardinal Mazarin die französischen Diamantschleifer dazu an, Diamanten in Rosenform zu schleifen. Der seit 1520 bekannte Rosenschliff hat eine Kuppelform mit flacher Basis und unterschiedlich vielen Facetten.
Einige berühmte Diamanten wie der Großmogul und der Orlow sind im Rosenschliff gearbeitet. Dieser Schliff wird jedoch heutzutage aufgrund seines geringeren Glanzes praktisch nicht mehr verwendet.Vorgänger des modernen Rundschliffs tauchen im Verlauf des 19. Jahrhunderts immer wieder auf; so der „doppelte Brillant“ mit 34 Facetten oder der „Jubilee“ mit 88 Facetten. Marcel Tolkowsky, ein Diamantschleifer aus Antwerpen, entwickelte 1919 nach umfangreichen optischen und physikalischen Studien den heutigen, sogenannten modernen Brillantschliff. Durch ihn erhält der Stein maximalen Glanz, maximale Brillanz und maximales Feuer. Der Brillant hat 58 Facetten von perfekter Regelmäßigkeit: 32 bilden die Krone (Oberteil), 24 bilden das Diamantunterteil, hinzu kommt die Tafel (Facette auf der Oberseite) und die Kalette (Facette am äußersten Ende des Diamantunterteils).Die Diamantschleifer haben auch Phantasie-Brillantschliffe entwickelt. Der Schliff ist derselbe wie der des klassisch runden Brillanten, doch die Anzahl und Form der Oberteil-Hauptfacetten (rhombenartige Facetten, die die Tafel mit der Rundiste verbinden) und häufiger noch die Anzahl und Form der Facetten des Diamantunterteils variieren. Man erhält so Phantasie-Brillantschliffe, deren Name in der Regel einen Hinweis auf die Schliffform gibt: oval, Pendeloque, Kissen, Navette oder Herz.
Darüber hinaus gibt es den sogenannten „gemischten“ Schliff, bei dem die Facetten der Krone und des Unterteils in unterschiedlichem Stil gearbeitet sind. Die Geschichte des Brillantschliffs wurde Ende der 1980er Jahre. Jahrhunderts mit den fünf verschiedenen „Blumenschliffen“ von Gaby Tolkowsky (Großneffe von Marcel Tolkowsky) um ein neues Kapitel erweitert. Diese Schliffe ermöglichen eine bessere Nutzung der schwierig zu schleifenden Rohformen bzw. schwach getönten Diamanten. Besonders um die Kalette herum haben diese Schliffe (Fire Rose, Sunflower, Zinnia, Marigold und Dahlia) mehr Facetten, und sie werden für Diamanten mit mehr als 0,3 Karat verwendet. Die Schliffe für farbige Steine sind sehr unterschiedlich und hängen insbesondere bei den transparenten Steinen stark davon ab, welche Farbe man erhalten möchte und ob Einschlüsse zu entfernen sind. Zuweilen sind die Schliffe dieselben wie beim Diamanten. Zu den häufigsten Schliffen sind hier der ovale Schliff, der Kissenschliff, der Pendeloque-Schliff, der Herz-Schliff und der Briolette-Schliff zu zählen. Sowohl Brillanten als auch farbige Steine können im Smaragd-Schliff (rechteckig oder quadratisch mit abgeschrägten Ecken und mehreren, treppenartig geschliffenen Facetten, auch „Stufenschliff“ genannt) oder im Baguette-Schliff (langes, schmales und oben flaches Rechteck), der kleinen Steinen vorbehalten ist, gearbeitet sein. Louis Cartier machte sich den Baguette-Schliff bereits Anfang des 20. Jahrhunderts zu eigen, lange bevor er durch den Art déco-Stil in Mode kam.
Schmucksteine erhalten ihren Schliff in Städten, die anerkannte Schleifzentren sind. Diamanten werden traditionell in Antwerpen und in Tel Aviv geschliffen. Hinzu kommen New York (spezialisiert auf große Steine) und Bombay (kleine Steine).
Was die Farbsteine anbelangt, so haben sämtliche Förderländer eigene Steinschleifereien (Brasilien, Madagaskar, Vietnam).
Doch auch andere Schleifzentren haben einen guten Namen: Bogota (Kolumbien) und Jaipur (Indien) für Smaragde, Bangkok (Thailand) und Sri Lanka für Rubine und Saphire, Idar-Oberstein (Deutschland) für Farbedelsteine.
Dieser durch Chrom hell- bis dunkelgrün gefärbte, äußerst seltene Granat verdankt seinen Namen (von fläm. „demant“, „Diamant“) seinem außerordentlich diamantenen Glanz.
Diese Eigenschaft könnte ihn zu einem Konkurrenten des Smaragd machen, würde er nicht eine so geringe Kratzfestigkeit aufweisen und hätte er durch seinen Schliff nicht weniger Karat.
Man verwendete ihn vor allem als Stein für die Umfassung von Ringen oder Broschen.
In Russland setzte Farbergé häufig Demantoiden ein und auch Eduard VII. mochte diesen Stein, der daher Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts sehr in Mode war.
Kalzium- und Eisensilikat. Härte: 6,5. Russland, Afrika, Korea.
Als sogenannte „Wilddiamanten“ bezeichnet man bei Cartier Diamanten, die durch Stickstoff in ihrer Struktur champagner- bis kognakfarben und hell- bis dunkelgrau gefärbt sind. Diese Bezeichnung ist eine Schutzmarke des Hauses Cartier.
Der äußerst seltene, unveränderliche, in tausend Feuern funkelnde Diamant ist der schönste aller Edelsteine und so hart wie kein anderes bekanntes Material. Er wurde bereits vor dreitausend Jahren in Indien verehrt.
Alexander der Große brachte ihn aus Griechenland mit, wo man ihm den Namen adamas, „unbesiegbar“, gab.
Daher stammt die Bezeichnung „Diamant“.
Hinter diesem legendären Namen verbirgt sich eine Kohlenstoffvarietät, die in den oberen Schichten der Erdkruste zwischen 150 und 200 km Tiefe unter großem Druck und hohen Temperaturen auskristallisiert wird. Unter bestimmten Bedingungen gelangen diese Kristalle anschließend mit dem leichten Magma, das sie umgibt, an die Erdoberfläche. Bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts stammten alle Diamanten aus Indien. Später fand man Lagerstätten in Brasilien und 1866 in Südafrika.
Der Diamant zeichnet sich durch die Vielfalt seiner Farbnuancen aus, die offiziell klassifiziert sind. Daher gibt es mehrere Kategorien „farbloser“ Diamanten (von „hochfeines Weiß“ bis zu gelblichen Diamanten mit der Bezeichnung „Cape“) und mehrere Kategorien von Diamanten mit Phantasiefarben.
Der Wert des Steines hängt von dem Zusammenspiel von vier Faktoren ab, die im Englischen als die „4 C“ (color, clarity, cut, carat) bezeichnet werden: Farbe, Reinheit (man spricht auch oft vom „Wasser“ des Diamanten), Schliff und Gewicht.
Als sagenumwobene Steine und Symbole der Liebe haben einige Diamanten Spuren in der Geschichte hinterlassen.
Der größte geschliffene Diamant der Welt ist der braungelbe Golden Jubilee (545,6 Karat), der 1986 in Südafrika entdeckt wurde. Zehn Jahre später erhielt ihn der thailändische König Bhumibol als Geschenk anlässlich seines 50. Thronjubiläums.
Die Kreation außergewöhnlicher Diademe und großer Colliers, der Handel mit berühmten Steinen, der blaue Diamant „Hope“ (44,50 Karat), der Pendeloque-Diamant (69,42 Karat), den Richard Burton Elisabeth Taylor schenkte, und die Verwendung von Platin als Steinfassung hat den Namen Cartier eng mit der Geschichte des Diamanten verwoben. Härte: 10. Schmuckstein der April-Geborenen. Planet: Sonne.
Symbol: Liebe und Treue. Angola, Australien, Brasilien, Indien, Kongo, Mali, Namibia, Russland, Simbabwe, Südafrika, Venezuela.
Eine Doublette ist die Imitation eines Natursteins, eine Assemblage aus zwei Steinen, die durch Kleben oder Schmelzen zusammengefügt werden.
Hierbei kann es sich um Natursteine, synthetische Steine oder Glas handeln.
Bis in die 50er Jahre hinein war es üblich, mit Doubletten aus Granat und Glas Rubine oder Saphire zu imitieren.
Heute werden auch andere Arten von Doubletten hergestellt, bei denen auch drei bis vier Elemente zusammengefügt werden können.

Als grüner, samtartiger und durchscheinender Stein aus der Familie der Berylle wird der Smaragd seit 3000 Jahren verehrt: Smaragd-Minen wurden in der ägyptisch-arabischen Wüste zwischen Nil und Rotem Meer betrieben.
Doch die schönsten Smaragde der Welt kommen aus kolumbianischen Minen. Sie sind die Smaragde der Maharadschas, der ottomanischen Sultane, der persischen Schahs oder der Kaiserin Eugenie.
In den 1920er und 1930er Jahren kreiert Cartier prachtvolle Smaragd-Garnituren für seine Kunden wie Maharadschas, die Frau des Bankiers Morgan, die Begum oder Barbara Hutton (mit den Smaragden von Maria Pawlowna, der Gattin des Großherzogs Wladimir).
Zum 150. Firmenjubiläum entwirft Cartier 1997 ein außergewöhnliches Collier in der Form einer Schlange, das mit zwei Smaragden in Pendeloque-Form von 205 bzw. 206 Karat verziert ist.
Smaragde weisen oft die unterschiedlichsten Einschlüsse auf. Feine Einschlüsse werden nicht als Mängel betrachtet, sondern als Echtheitsgarantie. Man nennt diese Einschlüsse „Trübungen“, und mehrere Trübungen bilden einen „Smaragdjardin“. Ein dunkelgrüner Stein mit Einschlüssen ist wertvoller als ein reiner jedoch hellerer Stein. Aluminium- und Berylliumsilikat.Härte: 7,5. Schmuckstein der Mai-Geborenen.
Sein Planet ist der Mond. Symbol: Hoffnung, Besänftigung, Fruchtbarkeit. Kolumbien, Brasilien, Russland, Pakistan, Afghanistan, Sambia, Simbabwe, Tansania, Madagaskar. Die berühmtesten Minen befinden sich in Kolumbien (Muzo, Chivor, Peña Blanca, Coscuez) und Brasilien (Itabira, Goias).
Bezeichnung für die Flächen eines geschliffenen Steins.
Diamanten in Phantasiefarben lassen sich durch ihre Farbintensität, ihren Hauptfarbton und zuweilen durch ihre Sekundärnuance definieren.
Anhand dieser Elemente bemisst sich ihr Wert. Jede Farbe ist die Folge einer chemischen oder strukturellen Besonderheit. Bei einigen Diamanten rufen fein versprengte Stickstoffatome im Kristall je nach Menge unterschiedliche Färbungen hervor, die von gelb bis braun reichen können (blassgelb, champagnerfarben, cognacfarben).
Blaue Diamanten enthalten Spuren von Bor.
Grüne Diamanten sind Schmucksteine, die sich durch natürliche Sonneneinstrahlung verfärben.
Rosa Diamanten sind die Folge eines Strukturfehlers, einer Mikrodislokation. Je stärker die Struktur eines Diamanten verändert wird, um so roter wird er.
Hat ein Diamant schließlich mehr oder weniger viele Einschlüsse, kann seine Farbe zwischen grau und schwarz variieren. Schwarze Diamanten werden jedoch selten als Phantasiefarbe zugelassen.
Feldspäte (althochdt. für „Feldmineral“) sind die wichtigste Gruppe der Minerale, aus denen sich die Erdkruste zusammensetzt; eine Mineralgruppe mit vielen Varietäten, die durch ihre chemische Zusammensetzung determiniert und durch ihre Struktur und ihre physikalischen Eigenschaften miteinander verbunden sind. Durch ihre Farben und ihr Irisieren sind die Feldspäte in der Juwelierkunst sehr beliebt. Die wertvollsten Feldspäte sind der Labradorit, der Mondstein, der Sonnenstein und der Amazonit.
Als „Trübung“ bezeichnet man einen Riss in einem kristallinen Stein. Wenn der Stein wächst, schließt er die Trübung ein und umhüllt das sich dort befindliche Material.
Hierbei handelt es sich oft um eine flüssige Substanz, die dann Blasen im Stein bildet. In den Saphiren aus Ceylon erinnern diese sehr feinen Trübungen an die zarte Zeichnung von Schmetterlingsflügeln.

Die Granate bilden im Königreich der Minerale eine der größten Familien.
Entgegen der landläufigen Ansicht sind die Steine der Granatfamilie nicht immer rot.
Sie sind vielmehr durch dieselbe kubische Kristallstruktur und eine ähnliche chemische Zusammensetzung miteinander verbunden, doch letztere kann variieren und alle Farben außer Blau hervorrufen.
Spricht man einfach nur von „Granat“, dann handelt es sich um einen Pyrop, einen dunkelroten Stein, dessen Farbnuance der Granatfarbe entspricht. Andere Steine dieser Familie tragen entweder eine spezifische Bezeichnung oder dem Wort Granat geht eine Farbbezeichnung voraus.
Wie der dunkelrot-violette Almandin sind die meisten Granate rot, doch der Rhodolit ist eher rosa, während der äußerst wertvolle Demantoid smaragdgrün ist. Der Hessonit, der auch die Bezeichnung „Zimtstein“ trägt, ist dunkelorange, und der Spessartit ist gelborange. Der jüngst entdeckte Tsavorit ist tiefgrün. Aluminium-, Magnesium-, Eisen-, Mangan- oder Kalziumsilikat. Härte: 6,5 bis 7,5. Schmuckstein der Januar-Geborenen.
Ihr Planet ist der Mars. Symbole: Treue, Mut, Energie. Indien, Vietnam, Afghanistan, Russland, Sambia, Madagaskar, Australien, Brasilien, China, Tansania.
Ein Schmuckstein ist eine mineralische oder organische Substanz, die in der Juwelierkunst verwendet wird.
Handelt es sich um ein Gestein, unterscheiden sich die Schmucksteine von anderen Mineralien nur aufgrund ihrer ästhetischen Attraktivität und Seltenheit.
Diese Seltenheit, die größtenteils den Handelswert der Schmucksteine bestimmt, ist der Grund, warum Diamanten, Rubine, Saphire und Smaragde die Spitze der Schmuckstein-Hierarchie anführen.
Doch bei Schmucksteinen handelt es sich nicht nur um Minerale: Zu ihnen gehören auch organische Substanzen wie Perlen, Bernstein und Koralle.
Bestimmte Schmucksteine wie der Apatit, der Diopsid, der Hematit, der Pyrit und der Turmalin werden sogar in der Homöopathie verwendet.
Das Wort Gran hat in der Juwelierkunst verschiedene Bedeutungen.
Es bezeichnet die Gewichtseinheit von Schmuckperlen: Ein Gran entspricht einem Viertel Karat (0,05 Gramm).
Ein Gran ist auch ein Metallspan, der aus einer Fassung angehoben und dann über einen Stein gebogen wird. Man spricht dann von „Granfassung“ oder „1000 Gran-Fassung“. Zu Beginn des Jahrhunderts wurde sie von Cartier eingesetzt, um Diamanten in Platin zu fassen.
1822 stellte der österreichische Mineraloge Friedrich Mohs (1773-1839) für Steine eine Härteskala auf, die noch heute Gültigkeit hat. Doch beim Einsatz seiner Schleifsteine interessiert den Steinschleifer ein ganz anderes Härtemaß: die Abriebfestigkeit. Man beachte, dass die Härte eines Steins nichts mit seiner Zerbrechlichkeit, d.h. der Schlagbeständigkeit, zu tun hat. In einem Test verglich Friedrich Mohs verschiedene Steine durch Einritzen miteinander und stellte dann die „Mohs’sche Härteskala“ auf. Diese Skala, deren einzelne Skalenschritte weder gleichmäßig noch proportional zueinander sind, definiert die Härte eines Minerals durch den Widerstand, den es einem spitzen Gegenstand entgegensetzt. Auf diese Weise erhält man den folgenden Härteindex: Talk: 1; Gips: 2; Kalzit: 3; Fluorit: 4; Apatit: 5; Orthoklas: 6; Quarz: 7;Topas: 8; Korund: 9; Diamant: 10.
Sein Name kommt von grch. helios, „Sonne“, und bedeutet „Gabe der Sonne“. Als Varietät des Berylls ist der Heliodor tatsächlich ein klarer Stein, dessen Farbe zwischen leuchtendem und grünlichem Gelb variiert. Diese Farbe verdankt der Heliodor einem Uraniumoxid, das ihn leicht radioaktiv macht. Heliodore sind oft groß und lassen sich daher als Solitär fassen. Aluminium- und Berylliumsilikat. Härte: 7,5. Symbol: Weisheit, Macht. Madagaskar, Afghanistan, Brasilien, Ukraine.
Ein Einschluss ist ein flüssiger, fester oder gasförmiger Fremdkörper, der im Verlauf der Bildung eines Schmucksteins in diesem eingeschlossen wurde; d.h. es handelt sich um eine „Fehlstelle“ oder einen Hohlraum im Inneren eines Steins. Man unterscheidet mehrere Arten von festen Einschlüssen: polyedrische Kristalle, Kristallnadeln (oft in Granaten oder Quarzen) und büschelartige Kristallfasern (z.B. Amphibole in Smaragden).
Einschlüsse können den Wert eines Schmucksteins mindern, wenn sie seinen Glanz trüben oder ihn zerbrechlich machen. Im Gegenzug erhöhen sie seinen Wert, wenn sie Asterismus oder Chatoyance hervorrufen, einen Achat verschönern oder einen schönen Jardin in einen Smaragd zeichnen.
Da sie Zeugen der Geschichte des Steins sind, kann man anhand von Einschlüssen auch einen natürlichen Schmuckstein von seinem künstlichen Gegenstück unterscheiden.
Gravierte Hohlstichzeichnung auf der Oberfläche eines Edel- oder Schmucksteins. Intaglios werden seit der Antike als Siegel verwendet.
Dieses auch als Irideszenz bezeichnete Phänomen ist die Eigenschaft einiger Körper (z.B. Opal), das Licht in sämtliche Farben des Regenbogens zu brechen.

Elfenbein ist das phosphathaltige Sekret, aus dem die Stoßzähne von Elefanten und einigen anderen Tieren bestehen. Es wird seit dem Paläolithikum zu dekorativen Schnitzkunstwerken verarbeitet. Die alten Ägypter, Griechen, Etrusker und Römer waren sehr gute Elfenbeinschnitzer, ebenso wie die Japaner, Chinesen und Inder. In Frankreich war Dieppe lange Zeit das Zentrum der Elfenbeinschnitzerei. Heute sind Elefanten im Prinzip geschützte Tiere, und nur altes Elfenbein aus bereits bestehenden Vorräten darf geschnitzt und auf den Markt gebracht werden. Es wird am häufigsten zu Zierobjekten, Halsketten und Armreifen verarbeitet. Die Verwendung von Elfenbein als Hauptbestandteil eines Schmuckstücks ist in der Juwelierkunst des Hauses Cartier ebenso bemerkenswert wie selten: Von Afrika inspiriert, fertigte Cartier 1919 die Serie der „Sudanesischen Armreife“ an. Sie bestehen aus Elfenbein, das mit emailliertem Gold, Korallen oder Onyxen und Diamanten verziert ist. Klassischer waren für Cartier die zu Beginn des Jahrhunderts gefertigten Federhalter oder Schäfte für Papiermesser, die zuweilen mit Email verziert waren. Härte: 2 bis 3. Afrika.
Das Wort „Jade“ bezeichnet eigentlich zwei einander äußerlich sehr ähnliche Minerale: Jadeit und Nephrit. Beide sind sehr hart und variieren farblich zwischen milchweiß und dunkelgrün. Der gemeinsame Name stammt von span. piedra de la ijada („Flankenstein“): Die Konquistadoren, die die Jade in Amerika entdeckten, glaubten tatsächlich, dass sie Erleichterung bei Nierenleiden brächte (daher auch die Bezeichnung „Nephrit“).
In China wurde Jade bereits vor 4000 Jahren für die Herstellung von Schmuckstücken und wertvollen Accessoires verwendet und nur wenig später bearbeiteten sie zum selben Zweck die Kulturen des präkolumbianischen Amerika. Seit dieser Zeit wird der Stein von Jadeschnitzern und Juwelieren poliert und geschliffen.
Die Mongolenherrscher und Maharadschas liebten Jade leidenschaftlich. Im 20. Jahrhundert kam Jade mit dem Art-déco-Stil in Mode und Cartier schuf daraus wahre Wunderwerke der Juwelierkunst, die mit verschiedenen Farbkombinationen spielten. Dies belegt ein Artikel eines amerikanischen Magazins aus dem Jahr 1928: „Die Pariserinnen werfen neidische Blicke in die Schaufenster des Hauses Cartier, in denen die neuen Armreif-Kollektionen präsentiert werden, bei denen Jade und Lapislazuli, Jade und Saphire sowie Jade und Topase miteinander kombiniert wurden.“
Cartiers Jade-Tradition liegt jedoch weit zurück, da die ersten Jade-Schmuckobjekte bereits 1913 angeboten wurden. Jadeit: Aluminium- und Natriumdoppelsilikat; Nephrit: basisches Magnesium und Kalziumsilikat mit Ferri-Eisen. Härte: 6 bis 6,5 (Nephrit) und 7 (Jade). Mexiko, Neuseeland, China.
Als „Jardin“ bezeichnet man die Gesamtheit aller Trübungen eines Smaragds.

Der Jaspis ist ein mikrokristalliner Quarz, der aufgrund von Eisen- oder Tonoxyden opak und farbig ist.
Es gibt den Jaspis in vielen Farben, und zahlreiche Jaspis-Steine sind bunt und haben verschiedene Motive.
Bei der Bezeichnung des Jaspis nimmt man üblicherweise Bezug auf sein Aussehen oder seine Herkunft: Man spricht vom geblümten Jaspis, vom Bandjaspis, vom gestreiften Jaspis, vom Achat, vom ägyptischen Jaspis usw.
Einer der begehrtesten Jaspis-Steine ist der einfarbig grüne Heliotrop mit roten Flecken aus Eisenoxyd, die wie Blutstropfen aussehen. Er trägt den Beinamen „Blutjaspis“ oder „Märtyrerstein“ und wurde oft in der christlichen Glyptik verwendet. Seit der Frühgeschichte und in allen Kulturen wurden die Jaspis-Steine häufig zu Ornamentzwecken eingesetzt (Schmuck, Amulette, dekorative Gegenstände). Härte: 6,5 bis 7. Schmuckstein der Stier-Geborenen. Russland, Indien, Sizilien, Vereinigte Staaten, Afrika.
Maß der Feinheit einer Goldlegierung (Abkürzung: Kt.). 24-karätiges Gold ist reines Gold. Das Wort stammt von grch. keration, einer antiken Währungseinheit, die ein Drittel eines Obolus, d.h. ein Achtzehntel einer Drachme, wert war. 18-karätiges Gold gibt es in mehreren Farben, die durch verschiedene Legierungen zustande kommen können: • Gelbgold: 75 % Gold, 12,5 % Silber, 12,5 % Kupfer • Rotgold: 75 % Gold, 25 % Kupfer • Roségold: 75 % Gold, 21 % Kupfer, 4 % Silber • Grüngold: 75 % Gold, 25 % Silber • Graublaues oder Blaugold: enthält eine Legierung auf Eisenbasis • Violettgold: erhält man durch die Beigabe von Silber, Kupfer und Aluminium zu der vorstehenden Legierung • Weißgold: in der Juwelierkunst 75 % Gold und eine Legierung aus Palladium, Kupfer, Silber und Iridium; in der Uhrmacherkunst 75 % Gold und eine Legierung aus Palladium, Kupfer und Zink. (Der genaue Prozentanteil der von Cartier verwendeten Legierung ist vertraulich.) Der gesetzliche Feingehalt des Goldes wurde in Frankreich am 19. Brumaire des Jahres VI (9. November 1797) auf 920/1000 (22 Kt.), 840/1000 (20 Kt.) und 750/1000 (18 Kt.) festgelegt.24-karätiges, unlegiertes Feingold (1000/1000) wird zu 22-karätigem Gold, wenn man 2/24 Metallzusatz beigibt usw. Hinweis: Die Zugabe eines anderen Metalls – meistens Silber und/oder Kupfer – macht das sonst zu geschmeidige Gold härter.
Der amerikanische Mineraloge George E. Kunz, nach dem dieser schöne, rosa-lila oder rosamalvenfarbene Stein benannt ist, entdeckte ihn und machte ihn bei den Juwelieren bekannt.
Der Kunzit hat leider den Nachteil, dass er beim Schleifen sehr leicht bricht. Cartier verwendete ihn 1991 für die Broschen seiner Kollektion Route des Indes.Spodumen (Aluminium- und Lithiumsilikat). Härte: 7. Madagaskar, Brasilien.
Die Struktur dieses Steins, die aus winzigen parallelen und im Allgemeinen graubläulichen Lamellen besteht, ruft wunderbare Irisationseffekte hervor und erinnert an die Flügel einiger Schmetterlinge. Der Cabochon-Schliff bringt diese Eigenschaft zur Geltung, so dass sich je nach Herkunft des Steines verschiedene Farben entfalten können.
Eine graublaue Varietät des Labradorits wurde von Cartier für die Herstellung der „Pendules mystérieuses“ verwendet.Kalzium- und Natriumsilikat aus der Familie der Feldspäte. Härte: 6 bis 6,5. Kanada, Finnland, Norwegen.

Wie kaum ein anderer wird dieser opake Stein, dessen lateinisch- persische Namensetymologie darauf verweist, dass es sich um einen „azurblauen Stein“ handelt, weltweit bereits seit frühester Zeit verwendet. So hat man in Mehrgarh, am Fuße der Baluchistan-Berge (Pakistan), Perlen aus Lapislazuli gefunden, die aus der Zeit um 7000 v.Chr. stammen. Die Beliebtheit des blauen Steins, dessen Farbe je nach Anteil seines Hauptbestandteils Lazurit variieren kann und der oft mit goldenen Pyritsplittern übersät ist, ist seitdem ungebrochen. Von seinen Lagerstätten in Afghanistan oder im Iran wurde der Stein, den Marco Polo als „das schönste Azurblau der Welt“ bezeichnete, Jahrtausende lang auf den „Lapislazuli-Straßen“ bis nach Ägypten, Rom, China oder Europa transportiert. An all diesen Orten wurde er zu wertvollen Gegenständen, Schmuck, doch auch zu Pigmentstoff verarbeitet. In Europa nannte man ihn „Ultramarinblau“.
Bei Cartier fand der Lapislazuli häufig Einsatz und hielt immer wieder Einzug in die bevorzugten Farbkombinationen des Juwelierhauses, Grün und Blau.
Louis Cartier kombinierte bei seinen ägyptisch inspirierten Kreationen Lapislazuli oft mit Türkis oder bei seinen sogenannten chinesischen Kreationen mit Koralle.Gestein auf Lazuritbasis (schwefelreiches Natrium- und Kalziumaluminiumsilikat).
Härte: 5,5 bis 6. Sein Planet ist der Jupiter. Afghanistan, Chile, Iran.
Der Glanz eines Steines ist der funkelnde Effekt, den das Licht hervorruft, das sich in ihm bricht. Die Intensität des Glanzes hängt also vom Refraktionsindex des Steines und von der Qualität der Politur ab. Enthält der Stein zu viele Einschlüsse, kann sich sein Glanz verändern.
Von allen Steinen hat der Diamant den intensivsten Glanz, den man in ähnlicher Weise auch bei anderen Schmucksteinen mit einem hohen Refraktionsindex findet, wie z.B. beim Demantoid oder beim Zirkon.
Je nach seiner Eigenschaft bezeichnet man den Glanz als glasartig, harzartig, wachsartig, perlmuttartig oder seiden.
Sortiment aus kleinen geschliffenen Diamanten unterschiedlichen Kalibers.
Dieser grün gesprenkelte Stein von geringer Härte hat seinen Namen entweder von grch. malakhe („Malvenpflanze“) oder von grch. malachos („weich“). In geschliffenem Zustand weist Malachit abwechselnd helle und dunkle konzentrische Schichten auf. In der Antike wurde er in Vorderasien und in den ägyptischen Wüsten gewonnen und insbesondere Schmuckhersteller wissen ihn zu schätzen. Er diente ferner als Talisman und in Puderform fand er als Augenschminke und Heilmittel gegen Übelkeit Anwendung. In der Malerei wurde er als grünes Farbpigment verwendet. Basisches Karbonat aus hydriertem Kupfer. Härte: 3,5 bis 4. Zypern, Russland, Kongo.

Oval geschliffener Stein, der an den Enden spitz zuläuft. Diesen Schliff bezeichnet man bei farbigen Steinen oder Farbedelsteinen auch als „Navette“-Schliff, weil die Form an das Arbeitsinstrument eines Webers erinnert. Er wird vor allem für Diamanten verwendet.

Dieser Stein ist der wertvollste aller Feldspäte. Das silbrige oder perlmuttartige Aussehen dieses milchigweißen, durchscheinenden Steins bezeichnet man als „Adulareszenz“ (nach dem Fundort des Schmucksteins im Alpenmassif Adula). Die bläuliche Blässe und die Mondreflexe, die im Cabochon-Schliff gut zur Geltung kommen, waren insbesondere im Jugendstil sehr beliebt. Der Legende nach waren die Treppenstufen des Mondtempels von Anuradhapura (Ceylon,12. Jahrhundert), dessen Überreste noch heute zu sehen sind, mit Mosaiken aus Mondsteinen dekoriert. Aluminium- und Kalium-Doppelsilikat. Härte: 6. Schmuckstein der Juni-Geborenen. Symbol: Liebe. Sri Lanka, Myanmar (ehemaliges Birma), Madagaskar, Vereinigte Staaten (u.a. Hawaii).
Dieser rosafarbene Beryll (Farbe „Pfirsichblüte“) mit einer Nuance Karminrot war der Lieblingsstein des berühmten amerikanischen Bankiers John Pierpont Morgan. Aus diesem Grund benannte der Mineraloge Kunz den Stein nach ihm. Morgan war ein großer Schmuckstein-Liebhaber und außerdem guter Kunde und enger Freund von Louis und Pierre Cartier. Der Morganit verdankt seine Farbe dem enthaltenen Lithiumoxid sowie den Spuren von Cäsium, einem seltenen, alkalischen Metall. Härte: 7,5. Madagaskar, Brasilien, Vereinigte Staaten, Mosambik, Afghanistan.
Siehe Marquise.

Neben Jadeit einer der Steine, die als „Jade“ bezeichnet werden. Nephrit stammt aus China und kommt häufiger vor, ist aber weniger hart als Jadeit. Basisches Kalzium- und Magnesiumsilikat. Härte: 6 bis 6,5.
Durch Stoß verursachte Spuren auf der Oberfläche eines geschliffenen Diamanten, insbesondere an den Kanten.

Der Onyx ist ein schwarzer Chalcedon oder ein leicht durchscheinender Chalcedon mit abwechselnd schwarzen und weißen Schichten.
Diesem letztgenannten Merkmal verdankt er auch seinen Namen (von grch. onyx, „Fingernagel“). Der heute im Handel vertriebene Onyx ist jedoch meistens opak, weil er schwarz gefärbt wird. Dies ist ein Verfahren, das seit der Antike angewandt wird.
Onyx wurde bei Cartier schon immer gern verarbeitet. Ab 1910 hat das Haus Onyx eingesetzt, um so entweder Bergkristalle oder den Glanz des Diamanten kontrastiv zur Geltung zu bringen oder die kräftigen Farben der Koralle, des Smaragds oder des Türkis zu unterstreichen.
Häufig handelte es sich um sehr raffinierte Schmuckkompositionen mit dem dreipoligen Element Onyx-Diamant-Farbe.
Kombinationen aus Onyx und Diamanten eigneten sich für sehr eleganten Abendschmuck, doch auch für Trauerschmuck, den man zu Beginn des Jahrhunderts trug. Das berühmte Panther-Pavé von Cartier aus dem Jahr 1914 ist ein Diamant-Pavé, das mit Onyx-Sprenkeln versehen ist.
Noch immer wird er bei Uhren, Schmuckstücken, Necessaires oder als Verzierung bei Abendtaschen verwendet.Härte: 6,5. Brasilien, Argentinien, Uruguay, Madagaskar, Mexiko, Vereinigte Staaten.

Es gibt zahlreiche Kategorien dieses Steins, der durch die regelmäßige Anhäufung winziger, lichtbrechender Siliziumoxid-Kügelchen erstaunliche irisierende Lichtreflexe hervorrufen kann. In der Juwelierkunst verwendet man den Edelopal oder auch „Harlekin“ mit milchig-weißem Untergrund und hellem Feuer in allen Farben. Ferner verwendet man den „Feueropal“ der, wie sein Name schon sagt, einen roten Untergrund hat und in rotorangen Reflexen funkelt. Und nicht zuletzt der sehr seltene schwarze Opal: Er ist sehr dunkel und funkelt in bunten Farben. Nach der Etymologie des Wortes zu schließen – in Sanskrit upala, „Edelstein“ –, geht die Verwendung des Opals bis in das Dunkel der Geschichte zurück. In den Kulturen der Antike und bei den Arabern schrieb man ihm schützende Kräfte zu. Aus diesem Grund wurde er zur Herstellung von Amuletten, Talismanen und Schmuckstücken verwendet. Im 19. Jahrhundert sagte man ihm in Frankreich dagegen nach, dass er Unglück bringe. Von den Jugendstil-Juwelieren wurde er jedoch umfassend rehabilitiert. Louis Cartier entwarf 1903 für die Diva Nellie Melba einen wunderschönen Opalanhänger in Herzform. Kieselsäure. Härte: 5,5 bis 6,5. Schmuckstein der Oktober-Geborenen. Australien, Mexiko, Brasilien, Vereinigte Staaten.
Milchiger Reflex, der durch eine statische, in sämtliche Richtungen verlaufende Lichtdiffusion hervorgerufen wird und typisch für den gemeinen Opal ist. Daher stammt auch die Bezeichnung. Neben dem gemeinen Opal können auch einige Quarze und Saphire opaleszent sein.
Mineral, das eine oder mehrere chemische Substanzen im Reinzustand oder als Verbindung in solchen Anteilen enthält, dass sie sich industriell voneinander isolieren lassen.
Begriff, der eine Substanz bezeichnet, die von lebenden Organismen stammt. In der Juwelierkunst verwendet man einige organische Schmucksteine wie Perlen, Korallen oder Schildpatt.
Als „Orient“ bezeichnet man den iridisierenden Glanz der Perlen, denn er erinnert an das Licht der aufgehenden Sonne. Die Intensität des Orient ist eines der Bewertungskriterien einer Perle.
Bezeichnung für opake Schmucksteine wie Malachit, Lapislazuli usw.
Grüngelber Stein, der auch die Bezeichnung „Olivin“ trägt, wenn er olivefarben ist. Der Peridot kam mit den heimkehrenden Kreuzrittern nach Europa. Er wurde in einer kleinen Mine auf der Insel Zibirget (St. John) im Roten Meer geschürft und bezauberte den Orient bereits seit mehr als 3000 Jahren. Diese Insel war so schwer zugänglich, dass die Seeleute den Peridot topazion, grch. „suchen“, nannten. Diese Bezeichnung trug er viele Jahrhunderte lang. Der Peridot ist mit dem Diamant verwandt, denn er ist einer der Bestandteile des Kimberlit, des magmatischen Gesteins, das den Diamanten an die Erdoberfläche trägt. Er war der Lieblingsstein von Eduard VII. und erfreut sich seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts wieder einer ungebrochenen Beliebtheit. Eisenhaltiges Magnesiumsilikat. Härte: 6,5 bis 7. Schmuckstein der August-Geborenen. Sein Planet ist der Saturn. Symbol: Gesundheit, Schutz. Vereinigte Staaten, Australien.
Hinter diesem Namen singhalesischen Ursprungs (wörtlich „Farbe der Lotusblüte beim Sonnenuntergang“) verbirgt sich ein seltener, nicht-blauer Saphir. Der Padparadscha ist rosa-orange. Härte: 9. Sein Planet ist die Venus. Sri Lanka.
Als „Paragenese“ (von grch. para, „neben“, und genesis, „Geburt“) bezeichnet man sämtliche Minerale, die ein anderes Mineral im selben Gesteinsmilieu begleiten. Die Paragenese eines Schmucksteins bezieht sich auf die Minerale, die ihn umgeben und sein Wachstum beeinflussen können. Im Verlauf seines Wachstums kann das Mineral auch Elemente seiner Paragenese umschließen und so Einschlüsse bilden.
Sämtliche Steine eines Schmuckstücks, die dicht nebeneinander gesetzt eine Oberfläche bedecken.
Synonym für die Unterteil-Facetten eines geschliffenen Steins.

Perlen sind seit der frühen Antike in China, im alten Ägypten, in Griechenland, Persien und bei den Römern bekannt. Seit mindestens 2500 Jahren werden sie als Schmuck getragen. Das älteste bekannte Perlencollier (drei Reihen aus 72 Perlen) datiert aus dem 6. Jahrhundert v.Chr. und wurde in einem achämenidischen Prinzengrab gefunden. In Mythen und alten Legenden hat man Perlen immer mit Tränen gleichgesetzt: in Japan die erstarrten Tränen einer Liebenden, bei den Griechen die Tränen der Venus, bei den Römern erhärtete Tränen der Engel, im Islam Tränen, die Adam und Eva ob ihrer Sünde vergossen. Deshalb waren Perlen sicher schon immer ein Symbol für Liebe und Reinheit.Heute muss man zwischen Schmuckperlen und Kulturperlen unterscheiden. Jede Perle ist eine mehr oder weniger ebenmäßig runde Konkretion aus feinen Perlmuttschichten, die einem Sekret aus dem Mantel der Meeresperlenaustern oder der Süßwasser-Miesmuscheln entstammen. Bei den Schmuckperlen wird dieses Sekret auf natürliche Weise als Abwehrreaktion auf einen kleinen Parasitenwurm ausgestoßen.
Weil Perlen so selten waren, kamen im 19. Jahrhundert Perlenzüchter auf die Idee, eine sehr alte Technik anzuwenden, mit der die Ausschüttung des Perlmuttsekrets künstlich hervorgerufen wurde: Man führt dabei in den Mantel des Weichtieres einen Fremdkörper ein – bei der Perle einen kleinen Perlmuttkern – und löst damit die Reaktion aus. Die ersten Versuche fanden in China und Japan statt, doch in Australien entstanden schließlich die ersten echten Kulturperlen. Ab 1920 wurden die japanischen Kulturperlen kommerziell vertrieben. Sie kamen gerade im rechten Augenblick auf den Markt, denn zu diesem Zeitpunkt hatten die Schmuckperlen einen exorbitanten Preis erreicht.
Drei Jahre zuvor hatte Cartier das firmeneigene Gebäude in der New Yorker 5th Avenue im Tausch gegen eine doppelreihige Perlenkette erstanden! Seit 1950 hat die Kulturperle die Schmuckperle nahezu vollständig ersetzt. Die Kulturperlen stammen aus Japan oder anderen Ländern, insbesondere Tahiti, das für seine schwarzen Perlen berühmt ist. Die Qualität – und folglich der Preis – einer Perle ermisst sich nach den folgenden Kriterien: die Intensität des „Orients“, d.h. des iridisierenden Reflexes, der entsteht, wenn Lichtstrahlen auf die Perlmuttschichten fallen; die Schönheit ihrer Farbe; die Ebenmäßigkeit der Form (rund, birnenförmig, knopfartig); die Ebenmäßigkeit ihrer „Haut“ und natürlich ihre Größe und ihr Gewicht, das bei Schmuckperlen in „Gran“ (0,05 Gramm) und bei Kulturperlen in Karat gemessen wird. Härte: 3.
Als „Farbedelsteine“ bezeichnet man entweder transparente oder opake Natursteine.Werden sie zur Herstellung dekorativer Gegenstände verwendet, bezeichnet man sie auch als „Ornamentsteine".
Frankreich ist das einzige französischsprachige Land, in dem man zwischen „Farbedelsteinen“ (pierres fines) und „Edelsteinen“ (pierres précieuses) unterscheidet.
Die Bezeichnung „Halbedelsteine“ (pierres semi-précieuses) für „Farbedelsteine“ (pierres fines) ist in französischsprachigen Ländern nicht mehr zulässig.

Bezeichnung für ausgewählte und wertvolle Schmucksteine, die die erforderlichen Merkmale der Reinheit, Schönheit und Beständigkeit (also der Noblesse) für ihre Verwendung in der Juwelierkunst besitzen. Sie sind im Allgemeinen transparent oder durchscheinend.
In Frankreich wurde durch einen Erlass vom 29. November 1968 die Verwendung des Begriffs „Edelstein“ (pierre précieuse) auf vier Steine beschränkt: Diamant, Rubin, Saphir und Smaragd. Alle anderen Schmucksteine tragen die Bezeichnung Farbedelsteine (pierres fines).
Der Pyrop ist der bekannteste Granat. Er ist rot wie glühende Kohle und sein Name stammt von altgrch. puropos, „von roter Farbe“.In der Antike gehörte er zu einer unbestimmten Gruppe roter Steine mit der Bezeichnung carbonalus, „glühende Kohle“.
Als typisches Kimberlitmineral spielt der Pyrop gemeinsam mit dem Peridot eine Indikatorrolle für Diamantprospektoren. Aluminium- und Magnesiumsilikat.Härte: 7 bis 7,5. Russland, Vereinigte Staaten, Brasilien, Tansania.

Die Quarze bilden eine große Mineralgruppe, deren Kristalle ausschließlich aus Siliziumdioxid bestehen, einem Stoff, der sehr häufig in der Erdkruste vorkommt. Ist der Quarz vollkommen farblos, nennt man ihn Bergkristall. Doch häufiger kommt er in diversen Färbungen vor, denen er seine unterschiedlichen Bezeichnungen verdankt: Citrin (gelb), Amethyst (violett), Prasolith (grün). Andere Quarze tragen dagegen einfach die Bezeichnung „Rosenquarz“ oder „Rauchquarz“.
Alle diese Steine enthalten zuweilen Einschlüsse, die sie besonders wertvoll machen können: Der „Venushaar“-Quarz enthält zahlreiche Fasern, die an einen Haarschopf erinnern, der „Liebespfeil“-Quarz enthält schwarze Turmalinnadeln, und der Iris-Quarz enthält irisierende Risse. Manchmal ist der Quarz aufgrund der zahlreichen Einschlüsse opak, wie im Fall des Jaspis oder des Rosenquarz.
Dieser wurde von Cartier oft für den Sockel von Dekorgegenständen oder für kleine Tierskulpturen verwendet. Die Einschlüsse können schließlich auch bestimmte optische Effekte hervorrufen, wie z.B. durch silbrige Aventurin-Pailletten oder feine gelbe Nadeln, aufgrund derer einer der Quarze auch die Bezeichnung „Tigerauge“ trägt. Zu den durchscheinenden Varietäten gehören die Chalcedone.
Der wertvollste Chalcedon ist der Chrysopras, dem Nickel eine hellgrüne Färbung verleiht. Siliziumoxid. Härte: 7. Schmuckstein der Stier-, Löwe-, Waage- und Schütze-Geborenen. Symbol: Rosenquarz – Zärtlichkeit, Rutilquarz – Leidenschaft. Seltene Varietäten: Chrysoprase – Australien, Brasilien, Vereinigte Staaten; Turmalinnadel-Quarz – Brasilien; Rosenquarz – Brasilien.
Ablenkung eines Lichtstrahls beim Übergang von einem Medium in ein anderes, zum Beispiel von der Luft in einen Edelstein.Manche Substanzen haben die Eigenschaft, den sie durchdringenden Lichtstrahl zu spalten. Diese bezeichnet man als doppelbrechende oder anisotrope Substanzen.

Das Lichtbrechnungsvermögen ist die Fähigkeit, das Licht abzulenken. Der Diamant hat das stärkste Lichtbrechnungsvermögen (man sagt auch den stärksten „Refraktionsindex“) aller Edelsteine. Je höher der Refraktionsindex ist, umso länger benötigt der Lichtstrahl, um wieder aus dem Schmuckstein auszutreten, und umso größer ist der Glanz.
Der Rhodolit ist ein Granat, der seinen Namen (von grch. rhodon, „rosa“, und lithos, „Stein“) seiner rosa Farbnuance verdankt. Diese Nuance, die bis ins Violette gehen kann, entsteht aus einem Gleichgewicht zwischen Magnesium- und Eisengehalt. Aluminium-, Magnesium- und Eisensilikat. Härte: 7,5. Simbabwe, Tansania, Sri Lanka.

Dieser transparente Quarz war bei allen Zivilisationen der Antike bekannt und beliebt und hat seit jeher Verwendung in der Juwelierkunst gefunden.
Sein Name kommt von grch. kurstallos, „Eis“, denn er erinnert an gefrorenes Wasser. Im Westen kam er insbesondere im 16. und 17. Jahrhundert zu Ehren, wie viele europäische Museen belegen. Hier sind zahlreiche Kelche, Wasserkaraffen, Schiffchen und Schatullen zu finden.
Mit dem Art-déco-Stil und der Vorliebe für alles Reine und Pure kommt der Bergkristall erneut in Mode.
Cartier hat den Bergkristall mit besonderer Kunstfertigkeit bearbeitet und Armreife sowie ringförmige oder rechteckige Broschen daraus gefertigt. Oft wurde der Bergkristall dabei in Verbindung mit Onyx verarbeitet, um einen eleganten Kontrasteffekt zu erzielen, oder in Verbindung mit Diamanten, um ihn besser zur Geltung zu bringen.
So kaufte Gloria Swanson 1932 zwei außergewöhnliche, flexible und dehnbare Armreife aus mehreren Dutzend Bergkristall-Halbscheiben, die mit Diamanten in Platinfassung verziert sind.
Und schließlich haben auch die legendären „Pendules mystérieuses“ von Cartier meist ein Zifferblatt aus Bergkristall. Siliziumoxid. Härte: 7.
Schmuckstein der Löwe-Geborenen. Vereinigte Staaten, Brasilien, Frankreich.
Bezeichnung für ein Gestein oder einen Kristall im Naturzustand (vor dem Schleifen oder Polieren).
Ein Diamant, an dem noch keinerlei Schleifarbeiten vorgenommen wurden und dessen natürliche Kristallisation dem kubischen System angehört (würfelförmiges Elementargitter). Er kommt jedoch nur sehr selten in dieser kubischen Form vor.

Dieser außergewöhnliche Edelstein ist ein Korund, der seine rote Farbe (daher sein Name, von lat. rubeus, „rot“) seinem Chromgehalt verdankt. Aufgrund seiner Seltenheit und Härte rangiert der Rubin direkt nach dem Diamant.
Die Sanskrit-Begriffe ratnaraj („König der Edelsteine“) und ratnayaka („Erster unter den Edelsteinen“) machen die höchste Verehrung deutlich, die dem Rubin in Indien entgegengebracht wird.
Indische Prinzessinnen sammelten die edelsten Rubine und taten es so Nizam al-Mulk, dem Maharadscha von Hayderabad, nach, dessen Thron aus massivem Gold mit rund hundert Rubinen von jeweils 100 bis 200 Karat besetzt war.
Die wertvollsten Rubine stammen seit 1500 Jahren aus dem Mogok-Tal im ehemaligen Birma, dem der französische Schriftsteller Joseph Kessel in seinem Roman „La vallée des rubis“ zur Unsterblichkeit verholfen hat.Einige von ihnen haben die begehrte Farbnuance „Taubenblut“. Aufgrund ihres unkontrollierten Abbaus sind sie heute äußerst selten.
Der größte Rubin der Welt in Schmuckqualität, mit einem Gewicht von fast 250 Karat, schmückt die Krone des heiligen Wenzel, die im St.-Veits-Dom in Prag aufbewahrt wird.
Der Rubin, der seine Pracht bei Kerzenlicht entfaltet, gilt als Symbol für Leidenschaft, Sieg, Barmherzigkeit und Liebe.
Aluminiumoxid. Härte: 9. Sein Planet ist der Mars. Thailand, Kambodscha, Sri Lanka, Madagaskar, Kenia, Tansania, Afghanistan.
Der Rutil ist ein goldgelber oder gelbroter Kristall, der sich als Einschluss in bestimmten Schmucksteinen findet und feine Nadeln oder Fasern bildet. Man findet ihn im Korund, im Granat und im Quarz, wo er oft ein optisches Phänomen, den sogenannten Asterismus, hervorruft.
Kristallisiertes Titanoxid. Härte: 6 bis 6,5.

Wie der Rubin gehört der Saphir zur Familie der Korunde. Er ist ein seltener Edelstein, dessen blaue Farbe seit jeher mit der heiligen Symbolik des Himmels in Verbindung gebracht wurde.
Der Name kommt ursprünglich aus dem Sanskrit (sauritatna), und die Menschen verehren den Saphir seit Tausenden von Jahren. In Griechenland, wo ihn die Priester trugen, um ihre Verbindung zum Himmel zu unterstreichen, gab man ihm den Namen der blauen Iris, hyakinthos. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts empfahl eine Bulle von Papst Innozenz III. den Prälaten, den Saphir an der rechten Hand zu tragen, um so das göttliche Licht zu symbolisieren, das sie durch ihre Segnungen übertrugen. Die Intensität des Saphirblau variiert je nachdem, wie viel Titanoxid der Saphir enthält.
Zu den schönsten gehören die hellen, samtblauen Saphire aus Kaschmir, die tiefblauen Saphire aus Birma, mit einem Anflug von Indigo, und die Saphire aus Sri Lanka.Von dort kommen zwei Drittel aller Saphire. Sie sind kornblumenblau bis himmelblau, mit einem kleinen Stich ins Malvenfarbene.
Dank seiner treuesten Kundinnen hat Cartier die Geschichte des Saphirs mitgeprägt.
1949 entwarf der Juwelier die legendäre Brosche mit Panther-Motiv: ein Kaschmir-Saphir im Cabochon-Schliff von 152,35 Karat, an dem sich ein Panther mit Diamant-Pavé und Einsprengseln aus 106 Saphiren festhält.
Zwei Jahre später fasste Cartier, wiederum für die Herzogin von Windsor, einen Saphir von 206,82 Karat als Anhänger.
Der Saphir enthüllt bei Tageslicht all seine Schönheit; bei elektrischem Licht wird er dunkler. Er gilt als Talisman der Reisenden.
Aluminiumoxid. Härte: 9. Schmuckstein der September-Geborenen. Sein Planet ist der Jupiter. Symbol: innere Ruhe. Sri Lanka, Kambodscha, Thailand, Madagaskar, Tansania, Vereinigte Staaten, Australien, Indien, Brasilien.

Seit der Antike wurde in der Ornamentik das Schildpatt aus dem Panzer der Meeresschildkröte verwendet. Diese Spezies ist heute geschützt.
Ehemals sehr verbreitete Gegenstände aus echtem Schildpatt sind heute daher selten geworden.
Besonders beliebt ist das durchscheinende gelbe oder braune und marmorierte Schildpatt.
In der Juwelierkunst kann Schildpatt mit Steinen geschmückt sein.
Ab 1922 brachte Cartier Haarreifen aus Schildpatt auf den Markt, die mit Perlen und Diamanten verziert waren. 1937 entwarf Cartier für Barbara Hutton einen luxuriösen Kamm aus beigefarbenem Schildpatt mit passendem Schildpatt-Futteral, das mit Diamanten im Baguette-Schliff geschmückt war.Härte: 2,5.
Als „Seide“ bezeichnet man einen Einschluss im Korund. Es handelt sich um einen mehr oder weniger dichten, irisierenden Schleier, der von feinen Rutilnadeln verursacht wird, die sich in einem Winkel von 60° überlagern.
Spinelle sind eine Gruppe transparenter Steine unterschiedlicher Farbgebung, wie feuer- oder kirschrot, gelb, grün, blau.
Der begehrteste Spinell ist der kirschfarbene, der dem Rubin ähnelt, mit dem er bis Mitte des 19. Jahrhunderts verwechselt wurde.
In Frankreich nannte man ihn „Rubinbalai" (von Balash, einer vermutlich in Afghanistan befindlichen Lagerstätte).
„Les deux rubis balai de ta bouche alléchante/Et les rais de cet œil qui doucement m'enchante“ („Die beiden Rubinbalais deines lockenden Mundes/Und das Strahlen deiner Augen, das sanft mich verzaubert“) schrieb der Dichter Olivier de Magny (1529-1561) für seine Angebetete Louise Labé.
Die meisten großen „Rubine“ der Geschichte sind also lediglich Spinelle: der „Rubin des schwarzen Prinzen“, der die britische Königskrone ziert und ein Gewicht von 170 Karat hat, der Stein von 414,30 Karat in der Krone von Katharina II. von Russland (heute im Waffenmuseum von Moskau zu sehen) oder der 105-karätige „Côte de Bretagne“, der die Form eines Drachens hat und zur Mitgift von Herzogin Anne gehörte (heute im Louvre zu sehen).
Magnesiumaluminat. Härte: 8. Sein Planet ist der Saturn. Madagaskar, Sri Lanka, Pakistan, Thailand, Afghanistan.
Große (im Prinzip ebene) Facette, die von den Facetten der Krone umgeben ist und die Oberseite eines geschliffenen Steins bildet. Durch den Schliff kann man in das Innere des Steins blicken.
Der Tansanit ist eine transparente, intensivblaue, rosa nuancierte Varietät des Zoisit. Bei elektrischem Licht geht seine Nuance eher ins Malvenfarbene.Bis heute ist Tansania, in dem er 1967 entdeckt wurde, das einzige Land, in dem er zu finden ist. Kalzium- und Aluminiumsilikat. Härte: 6,5.

Früher bezeichnete man alle gelben Steine als „Topase“. Der Begriff kommt aus einer Verschmelzung der griechischen Wörter topos und azos, was sich mit „Ort ohne Baum“ übersetzen lässt und die Insel Zibirget (St. John) im Roten Meer bezeichnet. Daher stammt die verbreitete Vorstellung, dass Topase grundsätzlich gelb sind. Der wertvollste Topas ist der rosa Topas, obgleich auch die blauen und grünen Topase sehr geschätzt sind. Der berühmteste Topas, der Braganza (1680 Karat), schmückt die portugiesische Königskrone und ist fast farblos (sehr helles Gelb). Lange Zeit hielt man ihn für einen Diamanten. Cartier verkauft seit den 1920er Jahren Topas-Schmuckstücke. In den 30er Jahren entwarf das Haus wunderschöne Schmuckgarnituren (Collier, Ohrgehänge, Armreife, Broschen) aus hellen und dunkeln Topasen sowie Kopfschmuck und Colliers aus Topasen und Diamanten. Der Topas gilt als ein probates Mittel gegen die Melancholie, verleiht Weisheit und führt den, der ihn trägt, auf den Pfad der Tugend. Aluminiumfluosilikat. Härte: 8. Schmuckstein der November-Geborenen.Sein Planet ist der Merkur. Symbol: Weisheit. Brasilien, Vereinigte Staaten, Russland, Sri Lanka.

Der Turmalin wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts von den Holländern, die ihn in Ceylon entdeckt hatten, nach Europa gebracht. Die Singhalesen nannten ihn toramalli, ein Begriff, mit dem auch Zirkone bezeichnet wurden. In Holland nannte man ihn aschentrekker, „Aschenzieher“, denn im erwärmten Zustand verfügt er über eine Eigenschaft, die den Pfeife rauchenden Seefahrern früher gut bekannt war: Der magnetisch gewordene Turmalin zieht Asche und Staub an. So ließen sich Pfeifenköpfe leicht von Erde und Schlacke reinigen. Kein anderer Schmuckstein bietet eine so reichhaltige Farbpalette und nur sehr wenige Turmaline sind einfarbig. In den meisten Fällen weisen sie sehr schöne Farbabstufungen oder konzentrische Farbschichten auf. Dies ist der Fall bei einem berühmten Turmalin, der sogenannten Wassermelone. Dieser hat ein rosa Herz, das von einem grünen Ring umgeben ist. Die gefragteste Varietät ist der rote Turmalin, der aufgrund seiner Farbe Rubellit genannt wird. Gustav von Schweden schenkte Katharina II. von Russland einen 250-karätigen Rubellit, der sich heute im russischen Diamantlager in Moskau befindet. Der seltenste Turmalin, der die Bezeichnung Indikolit trägt, hat eine kanarienblaue Farbe (helles Blaugrün). Die häufigste Farbe ist Grün. Der Legende nach ist der Turmalin der Stein der Musen und verleiht der Inspiration des Künstlers Flügel. Aluminium-Borosilikat. Härte: 7 bis 7,5. Schmuckstein der Oktober-Geborenen.Symbol: Kreativität, Inspiration. Afghanistan, Brasilien, Vereinigte Staaten, Madagaskar, Russland, Sri Lanka.

Die Überreste der antiken Türkisminen in der ägyptischen Wüste des Sinai 4000 v. Chr. legen Zeugnis davon ab, wie lange dieser schöne blaue Stein bereits verwendet wird.
Er diente damals als Schmuck (Halsketten und Ringe) und in der Form eines Skarabäus oder mit eingravierten rituellen Formeln als Talisman. In Pulverform verwendete man ihn auch als Augen-Make-up.
Seit der Antike schätzt man den Türkis weltweit aufgrund seiner intensiven Farbe, die je nach Eisen- und Kupfergehalt von Himmelblau bis Blaugrün reicht.
Von den iranischen Minen in der Region Nichapur, die seit fünfzehn Jahrhunderten die schönsten Schmucksteine produzieren, wurde der Türkis nach Europa aber auch nach Indien und Arabien exportiert.
Seinen Namen hat der Türkis von der Türkei, dem Land, das er oft passierte. Zur selben Zeit wie die iranischen Lagerstätten wurden Lagerstätten in Tibet, China, Mexiko und Nordamerika abgebaut. Besonders geschätzt wurde der Türkis in der europäischen Romantik des 19. Jahrhunderts und im Jugendstil. In der Zeit des Art déco verwendete man häufig den Matrix-Türkis, der von braunen (Limonit) oder schwarzen (Jaspis) Venen durchzogen ist.
Cartier setzte den Türkis für raffinierte Farbkompositionen ein: ab 1910 bei Stücken im ägyptischen Stil (für ein blaues Farbspiel in Verbindung mit dem Lapislazuli) und dann in den 20er Jahren für Kreationen im Art-déco-Stil, für den das Juwelierhaus durch den Einsatz von Türkis, Jade oder Lapislazuli eine seiner bevorzugten Farbkombinationen entwickelte: blau und grün. Basisches Phosphat aus Aluminium-, Kupfer- und Eisenhydrat. Härte: 5,5 bis 6. Schmuckstein der Dezember-Geborenen. Sein Planet ist der Merkur. Brasilien, Chile, China, Iran, Mexiko, Peru, Tibet.
Einschluss, der an einen Schmetterlingsflügel erinnert und der insbesondere typisch für bestimmte Saphire aus Ceylon (Sri Lanka) ist.