GOLD

Neben Kupfer ist Gold (dessen Bezeichnung aus dem Sanskrit stammt) das Metall, das am längsten von Menschenhand bearbeitet wird. Seit der Jungsteinzeit wurde es an den orientalischen Küsten des Mittelmeeres bereits zu Schmuckstücken oder zu Grab-Dekorationen verarbeitet. In Ägypten war es heilig, denn es galt als die Materialisation des Sonnengottes und war damit das Edelmetall par excellence: Es bedeckte die Pyramiden und Obelisken und begleitete die Verstorbenen auf ihrer Reise in die Ewigkeit. Trotzdem wurde Gold auch zu profaneren Dekorationszwecken verwendet, wie zahlreiche fein ziselierte Schmuckstücke belegen. Gold wurde in Lagerstätten Nubiens und Mesopotamiens und später auch in Griechenland und Spanien geschürft.
Sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung wurde es unter Kyros von den Persern zum ersten Mal zu Geld geprägt. Seitdem wurde es immer wieder zu monetären Zwecken eingesetzt, besonders nach der Entdeckung der Neuen Welt und der Plünderung seiner Goldvorkommen: Europa lebte danach im klingenden Rhythmus der venezianischen Sequins, der französischen Louis und der englischen Guineas. Nachdem es zum Metall der Reichen avanciert war, entflammte es die Vorstellungskraft der Alchemisten und Goldschmiede. Mitte des 19. Jahrhunderts löste die Entdeckung großer Goldvorkommen in Kalifornien den „Goldrausch“ aus. Die Vereinigten Staaten wuchsen schnell zu einem der führenden Goldländer der Welt heran, bevor sie im Laufe des 20. Jahrhunderts von Südafrika eingeholt wurden.
Goldproduktion
Man schätzt, dass seit der Frühgeschichte 130.000 Tonnen Gold gefördert wurden, darunter 100.000 Tonnen allein im 20. Jahrhundert. Das Metall findet sich auf allen Kontinenten, doch oft in zu geringen Mengen, als dass sich der Abbau lohnen würde. Zur Förderung von zehn Gramm reinem Gold benötigt man mehr als eine Tonne Erz, über zwei Tonnen Wasser und 5 m³ Druckluft.
Die größten Goldnuggets
350 kg in Südafrika, 99,8 kg in Australien
Merkmale und Eigenschaften
Gold hat die Welt erobert, weil es schön, doch auch weil es unveränderlich ist. Gold ist säurebeständig und löst sich nur in Königswasser (Mischung aus Hydrochlorsäure und Stickstoffsäure) und in Cyanid auf. Da es sehr geschmeidig ist (sein Härteindex beträgt nur 2,5), lässt es sich auch leicht bearbeiten. Man kann es selbst in kaltem Zustand hämmern und ziehen. Ein Gramm Gold ergibt so eine Folie von einem Quadratmeter. Man kann es auch mit anderen Metallen, häufig Silber oder Kupfer, legieren. Diese Legierungen erhöhen seine Festigkeit, verändern seine Farbe und senken den Gestehungspreis.
Cartier und das Gold
Gold ist seit 1924 eines der Embleme des Hauses Cartier. In diesem Jahr wurde der berühmte Dreigoldring aus Weiß-, Rot- und Gelbgold entwickelt. Man sagt, dass die Idee zu diesen drei verschlungenen Ringen auf einen Entwurf von Jean Cocteau zurückgeht. Der Ring hatte stets großen Erfolg und findet sich auch bei bestimmten Accessoires wie zum Beispiel den Schreibgeräten wieder.
Herkunft
Die 5 größten Herstellerländer: 1 / Südafrika 2 / Vereinigte Staaten 3 / Australien 4 / Kanada 5 / Russland