FASSUNG
Die Kunst des Fassens, d.h. der Befestigung eines Schmucksteins auf einem Schmuckstück, ist eine der edelsten Aufgaben des Juweliers: Er muss die Qualitäten eines Steins optimal zur Geltung bringen. Weltweit gibt es drei verschiedene Fassungsarten: die geschlossene Fassung, die Krappen-, Nagel- oder Granfassung und die unsichtbare Fassung.Die geschlossene Fassung ist die älteste und festeste aller Fassungsarten. Dabei wird auf Höhe der Rundiste eine Metall-Lamelle um den Stein herum getrieben. Der Stein ist somit vollständig von Metall umgeben.
Durch die moderneren Krappen-, Nagel- oder Granfassungen kann der Stein weitestgehend von Metall befreit werden und kommt so besser zur Geltung. Bei der Krappenfassung werden kleine Metallkrappen, die am Chaton angebracht sind, um die Tafel (oberste Facette) gebogen; bei der Nagelfassung werden feine Goldstifte, deren Ende zu einem Nagelkopf gearbeitet ist, um den Stein gebogen; bei der Granfassung werden schließlich kleine Metallgrane rundherum aus der Metallfassung angehoben und um den Stein gebogen. Zum Fassen eines Steins benötigt man drei bis sechs Krappen und drei oder vier Grane.
Die dritte Fassungsart ist schließlich die unsichtbare Fassung, bei der die Fassung überhaupt nicht zu sehen ist. Der Stein bewahrt so seinen maximalen Glanz. Bei dieser Fassung muss der Stein jedoch eckig gearbeitet werden, damit mehrere Steine im Pavé nebeneinander gesetzt werden können. Dabei werden in das Unterteil des Steins V-förmige Rillen geschnitten, die perfekt in Metallschienen passen. Der Stein wird nun neben seinen Nachbarstein auf diese Schienen geschoben und um das Pavé herum bleibt nur ein sehr dünner Goldstreifen stehen.Die unsichtbare Fassung wurde von Cartier 1933 erfunden und zum Patent angemeldet.